Sonntag, 26. November 2017

Flaschnerarbeiten


Einen der Aluminiumseitenkoffer, die ich - nebst Edelstahlheckträger - vor geraumer Zeit für wenig Geld erstanden habe, lasse ich stets am Motorrad. Es gibt doch immer einiges zu befördern (so befindet sich darin z.B. auch Motoröl und Kettenfett).

Irgendwann diesen Sommer habe ich aus Unachtsamkeit (ich hatte den vorderen Verschluss nicht richtig verriegelt) auf dem Weg zur Arbeit einen Deckel verloren. Ich habe die Arbeit Arbeit sein lassen, bin den selben Weg zurück gefahren und habe auch an den folgenden Tagen aufmerksam den Straßenrand abgesucht, aber ich konnte den Deckel nicht wieder finden.

Jetzt endlich habe ich ein solides Stück Aluminiumblech erstanden, die zu falzenden Kanten innen mit der Flex eingekerbt und mit Schraubstock und Hammer in Form gebracht. Die Beschläge habe ich auf genietet und innen noch ein Dichtband eingeklebt. In Metallarbeiten kann ich mich schlichtweg als Dilettant bezeichnen. Dennoch bin ich außerordentlich stolz auf das Endergebnis. Der Deckel passt, hält dicht und macht einen hochsoliden Eindruck.

Heute habe ich mal alle guten Vorsätze über Bord geworfen und mich bei gerade mal 3°C in einer Regenpause auf das Motorrad geschwungen um noch ein Bild meiner handwerklichen Großtat machen zu können. Vor Horb kam auch auch die Sonne raus. Zurück in Tübingen waren die Straßen nass. Mir wurde berichtet es habe gehagelt. Vielleicht sollte ich doch geduldig auf beständigeres Wetter warten.

Mittwoch, 22. November 2017

Ohne Verkleidung


So, heute habe ich die Ducati probe gefahren. Von einer Scrambler träume ich seit den 80er Jahren. Damals hat unser Nachbar, York, diese Maschinen aus Italien importiert und sie haben mich seitdem fasziniert, waren aber für meine Körpergröße immer zu klein. Um so erfreuter war ich, als ich erfuhr, dass es dieses Motorrad nun in einer Enduro-Variante mit verlängerten Federwegen, verstärktem Fahrwerk und großen Rädern gibt.

Ich bin also heute mit der BMW zum Händler gefahren und durfte die Ducati fast eine Stunde lang durch den Schönbuch bewegen. Das habe ich ausgiebig genossen und mich auch mal auf einen Waldweg gewagt. Dafür ist sie ja gebaut. Als ich sie zurück gebracht habe war sie nicht mehr so sauber, wie anfangs.

Soweit ich das nach drei Jahren Motorradwiedereinstieg und ca. 22000 (Transalp) + 10000 (BMW) gefahrenen Kilometern beurteilen kann, fährt sie sich erstaunlich kultiviert. Sie wiegt ja auch nur um die 200 Kilogramm und ich war unmittelbar vorher noch mit der 300-Kilo-BMW unterwegs. Lediglich die unmittelbare Konfrontation mit dem Fahrtwind, der ab Tempo 110 (viel schneller fuhr ich nicht) mit voller Wucht gegen den Oberkörper schiebt, war für mich ungewohnt. Ansonsten fühlte sich die Maschine an, als ob ich sie schon immer gefahren wäre. Nach dieser Probefahrt fuhr ich heim, wechselte auf die Transalp und wunderte mich. Da war dieses Gefühl ja schon wieder.

Es ist tatsächlich so, dass sich in meiner Wahrnehmung die Charakteristik dieser beiden Motorräder überhaupt nicht unterscheidet. Nicht einmal die 20 PS, die die Ducati mehr mitbringt, machen sich nennenswert bemerkbar.  Vielleicht hat es mit dem V-Motor zu tun, der ähnlich reagiert, mit der aufrechten Sitzposition oder mit den großen Rädern. Wahrscheinlich aus einer Kombination aus all dem.

Das Fazit ist: ich brauche (vorläufig) keine Ducati Scrambler. Wenn die Transalp mal zusammenbricht, käme die Ducati als Nachfolgerin in die engste Wahl. Die BMW wird alsbald verkauft. Ich habe mich zwar inzwischen an das "Schiff" gewöhnt, aber richtig gerne fahre ich damit nicht. Viel mehr Spaß machen mir Maschinen wie die Ducati oder die Transalp.




Sonntag, 5. November 2017

Zwischenbilanz

Kilometer (Transalp) 49315 und (R100RT) 48392

Hier wurde lange nichts mehr geschrieben. Das hat soll nicht en Eindruck erwecken, dass ich mit den Motorrädern nicht unterwegs wäre. Tatsächlich habe ich mit beiden Motorrädern zusammen seit letztem November gut 14000 Km abgespult. Mit der Transalp ca. 6500 und mit der BMW waren es rund 7600. Der höhere Wert bei der BMW kann dadurch erklärt werden, dass ich mit ihr häufiger die Schnellstraße nach Stuttgart zur Arbeit fahre. Mit der Transalp fahre ich lieber (gelegentlich über Umwege) in den Garten im Neckartal. Wie zuletzt vorgestern.


Dort haben sich die Blätter - wie auf dem Bild in meinem letzten Blogeintrag - wieder überwiegend braun gefärbt und sind zu Boden gegangen. Im Winter gibt es da auch allerhand zu tun, und ich werde  bei trockenem Wetter sicher auch mit den Motorrädern hin fahren. Wenn "schweres Gerät" zu befördern ist werde wohl etwas häufiger das Auto nehmen.


Reine Vergnügungsfahrten unternehme ich quasi nie. Zuletzt bin ich mit der BMW mal an den Bodensee gefahren - weniger um mich zu vergnügen als um einen guten Freund dort zu besuchen, der sich in einer Reha-Klinik befand. Auf dem Rückweg habe ich ein öliges Schienbein bekommen. Der rechte Zylinder hat Öl verloren. Gewinde mussten nachgeschnitten werden, größere Schrauben fanden Anwendung. Gut 260 Euro habe ich bezahlt. Und das kurz nach der Inspektion Anfang August. Bis dahin bin ich mit der Maschine einfach gefahren.

Einfach fahren kann man vor allem mit der Transalp. Sie fährt sich im Vergleich zur schweren BMW wie ein Fahrrad. Lenkmanöver bei niedrigen Geschwindigkeiten sind ein Kinderspiel. Mit der 300 Kilo schweren BMW sind sie ein Kraftakt. Dafür schwebt letztere über die Autobahn während die Transalp über gewundene Landstraßen tänzelt.

Beide Maschinen werden gemäß ihrer Charakteristik bewegt. Ich fantasiere dennoch über Kauf einer moderneren Kompromissmaschine. Eine 10 Jahre alte KTM-Adventure bin ich Probe gefahren und eine deutlich jüngere Yamaha Super Tenere.










Beide haben mir gut gefallen. Die KTM ist rauer, "sportlicher". Die Yamaha ist sehr komfortabel aber auch ein wenig überausgestattet. Ihre Kardanwelle ist mir äußerst sympathisch.

Jetzt schwebt mir noch eine Probefahrt auf einem ganz anderen Motorradtyp vor. Ich will die Ducati Scrambler in der Desert-Sled-Variante mal fahren. Die hat - anders als die bisherigen Scrambler-Varianten - eine angemessene Sitzhöhe.


Mit der Ducati gäbe ich Komfortmerkmale, die die anderen Maschinen (vor allem im Winter bieten)  auf - aber da ich ohnehin selten länger als eine knappe Stunde auf dem Motorrad unterwegs bin ließe sich das verkraften.

"Traditionell" erwerbe ich ja im November meine Motorräder. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass ich irgendwann in den kommenden Wochen an dieser Stelle mit einer Neuerwerbung prahle.

Sonntag, 26. März 2017

Agrarwende

Kilometer (Transalp) 44984 bis 45039

Ja, ich habe schon länger nichts mehr geschrieben. Das liegt nicht etwa daran, dass ich nicht mehr Motorrad fahre, sondern daran, dass ich im Januar spontan einen Garten erworben habe und mich viel mit Ackerbau und Viehzucht befasse.

Dabei kommt es durchaus häufiger vor, dass ich - wie gestern und auch heute - zweimal am Tag dort hin brause. Heute z.B. am Morgen mit der BMW und am Nachmittag nochmal mit der Honda. Die Distanz beträgt ca. 24 Kilometer und ist in der Regel unter einer halben Stunde bewältigt. Allerdings passiert es, dass ich mal einen kleinen Umweg fahre - so wie heute.

So werden aus den 24 Kilometern locker mal 55, für die ich dann eine volle Stunde benötige.


Am Ziel angekommen kann ich mit der Transalp bis unmittelbar vors Gartentor fahren. Auf dem künstlerisch anspruchsvollen Bild oben ist das unlängst erneuerte Tor zu erkennen. Mit der BMW muss ich ein Stück entfernt auf Asphalt parken. Mit ihr will ich nicht den durchaus steilen kleinen Waldweg hinauf fahren, wenden und dann wieder hinunter fahren.

Elektrisches Werkzeug und Verpflegung nehme ich in den Motorradkoffern mit. Größere Hardware lagert im Häuschen auf dem Gelände. So ein Motorrad hat oftmals genug Transportkapazitäten und es ist erleichternd so eine Rechtfertigung für längere Motorradfahrten im und um das Neckartal zu haben.

Montag, 26. Dezember 2016

Zweiter Weihnachsfeiertag

Kilometer (R1100RT) 41322 bis 41403


Mit der BMW fahre ich deutlich lieber auf der Autobahn als mit der Transalp. So führte mich die heutige Batteriepflegefahrt über die Auffahrt Herrenberg über die A 81 bis nach Horb wo ich einen Cappuccino zu mir nahm und dann zurück durchs Neckartal. Ich war gut anderthalb Stunden unterwegs und habe etwas über 80 Kilometer zurück gelegt. Die Straßen waren überwiegend trocken.


Sonntag, 25. Dezember 2016

Batteriepflegefahrt

Kilometer: (Transalp) 44410 bis 44464


Meine heutige Fahrt führte mich über die übliche 54-Kilometer-Distanz, die mir geeignet erscheint die Batterie mal wieder richtig aufzuladen. Das Motorrad stand jetzt wieder volle drei Wochen zum Teil bei solidem Nacht- und gelegentlich auch Tagfrost. Da lässt die Batterie schon mal etwas nach. Es sprang allerdings klaglos sofort an und es war wieder mal ein reines Vergnügen mit dem mir inzwischen "leicht" vorkommenden Maschinchen über fast trockene Straßen zu kurven. Da wo die Straßen feucht waren (gelegentlich lag auch Laub auf der Fahrbahn) bin ich betont langsam und vorsichtig gefahren. Erfreulicherweise war wenig Verkehr auf meiner Rundstrecke über Rottenburg, Bad-Niedernau und Rangendingen.



Mittwoch, 14. Dezember 2016

Lochenpass

Kilometer (R1100RT) 41197bis 41319

Es war eigentlich eine richtig blöde Idee an diesem einigermaßen sonnigen Dezembermittwoch (den ich mir mit Blick auf den Wetterbericht frei genommen hatte) eine Motorradfahrt zu unternehmen. Noch dazu mit der großen schweren Maschine, vor der ich immer noch einen enormen Respekt habe.

Ich hatte zwar bis zum Mittag gewartet bevor ich losfuhr, aber schon auf der Anfahrt über die B 27 musste ich feststellen, dass die schattigen Straßenpassagen noch ziemlich nass und - da wo wirklich lange kein Sonnenlicht hin gestrahlt hatte - auch irgendwie "glitschig" waren. Zweimal hatte ich das Gefühl, dass das Motorrad beim Überfahren von Straßenmarkierungen ein kleines Stückchen gerutscht war.


Trotzdem fuhr ich ziemlich stur die Strecke, die ich mir vorgenommen hatte: die B 27 bis hinunter nach Schömberg. Von da bog ich links ab nach Nussplingen und dann ging es - mit der tief stehenden Sonne im Rücken - hinauf an den Lochenpass. Gott sei Dank war nicht besonders viel Verkehr. Ein hinter mir fahrendes Auto ließ ich noch auf der Passhöhe vorbei bevor ich mich ganz langsam und vorsichtig den Pass hinunter tastete. Die Passkehren waren so feucht, dass ich große Bedenken hatte.

Der Lochenpass darf an Wochenenden von Motorrädern nicht befahren werden. Am Wegesrand fiel mir ein von einem Motorradreifen umkranztes Kreuz auf. Es ist kein Wunder, dass hier ein Fahrverbot besteht. Die verfügbaren Videos (inklusive "Crash) sprechen für sich.

Ich werde mir derartige Eskapaden künftig verkneifen und nur noch bei verlässlich trockenem Wetter unterwegs sein.